Welche aktuellen Entwicklungen gibt es im Windenergie-Sektor?

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Redakteur

(CIS-intern) – Windenergie hat bereits seit langer Zeit einen steigenden Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland. Ende Juni 2021 standen insgesamt 29.715 Onshore-Windenergieanlagen in der Bundesrepublik. Windenergie ist die wichtigste und – neben der Fotovoltaik – die kostengünstigste Erzeugungstechnologie, die wir haben. In diesem Artikel werfen wir deswegen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen und Ziele in diesem Sektor.

Foto: pixabay.com / HansLinde

Ziele im Windenergie-Sektor

Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2030 mindestens 65 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen ziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen flächendeckend neue Windenergieanlagen gebaut werden. Einen wichtigen Baustein dabei stellt die Offshore-Windenergie dar. Unter Berücksichtigung des Natur- und Umweltschutzes sowie des Landschaftsbilds der deutschen Küsten werden Offshore-Projekte in großer Entfernung zur Küste geplant. Das wiederum stellt die Industrie vor eine Reihe technischer und finanzieller Herausforderungen.

Neue Ansprüche an Wartung

Die Offshore-Projekte erfordern neueste Technologien und auf Langlebigkeit ausgelegte Bauteile. Denn der erschwerte Zugang sowie die oft sehr rauen Bedingungen in den jeweiligen Umgebungen stellt neue Ansprüche an die Anlagentechnik. Eine hochqualitative Kunststoffbearbeitung einzelner Komponenten und die richtige Wartung gewinnen daher immer mehr an Wichtigkeit.

Repowering

Der Großteil der Windkraftanlagen ist für eine Mindestlebensdauer von 20 Jahren konzipiert. Je nach Qualität der Bauteile und Wartung kann dieser Zeitraum auf etwa 30 Jahre verlängert werden – bei konstruktionsbedingten Ausfällen kann die Lebenszeit einer Windkraftanlage allerdings auch deutlich unter 20 Jahren liegen. Fakt ist, dass bis 2026 jedes zweite Windrad in Deutschland das Ende seiner Lebenszeit erreich haben könnte.

Hier kommt das sogenannte Repowering ins Spiel. Der Begriff beschreibt den vollständigen Austausch älterer Windkraftanlagen gegen leistungsfähigere Modelle. Insbesondere bei sehr alten Windrädern lohnt sich das, denn die Wartung und Instandhaltung solcher Modelle kann teuer werden.

Der Repowering-Prozess unterscheidet sich allerdings kaum von Neuerrichtungen, denn Aufwand und Anforderungen sind nahezu dieselben. Die bestehende Anlage muss bis zum Fundament zurückgebaut und ordnungsgemäß entsorgt werden.

Repowering vs. Verlängerung der Lebensdauer

Aufgrund des behördlichen Aufwands sowie der hohen Kosten wird immer wieder für eine bessere Instandhaltung der Windkraftanlagen argumentiert. Tatsächlich führt die richtige Wartung zu einer Verlängerung der Lebensdauer von Windrädern. Das hat zuletzt eine aktuelle Studie der Technischen Universität Dänemark bewiesen. Dafür wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren verschiedene Komponenten von acht Windkraftanlagen untersucht. Das Ergebnis: Die richtige Schraubenspannung hat das Potenzial, die Anlage länger funktionstüchtig zu halten. Die Studie empfiehlt daher, die internationale Norm für die Lebensdauer von Windkraftanlagen, IEC 61400, zu aktualisieren.

Die Frage nach Fläche

Ein Thema, das in Gesprächen zu aktuellen Entwicklungen im Windenergie-Sektor immer wieder zur Sprache kommt, ist die Fläche für Windkraftanlagen an Land. Denn nach dem aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollen in Deutschland bis 2030 71 Gigawatt Windenergie an Land installiert sein. Erst kürzlich hat das Umweltbundesamt betont, dass die ausreichende Bereitstellung nutzbarer Fläche eine zentrale Herausforderung für den weiteren Ausbau der Windenergie darstellt. Der Frage nach der Fläche für Windräder geht derzeit daher auch eine aktuelle Forschung des UBA nach. Eine ihre zugrundeliegende Umfrage hat ergeben, dass etwa 30 % der geplanten Leistung auf von 2016 bis 2020 ausgewiesenen Flächen nicht umgesetzt werden konnte. Auch vorläufige Zwischenergebnisse zur aktuellen Flächennutzung weisen auf Schwierigkeiten hin.

Klar ist, dass der Ausbau des Windenergie-Sektors weiter vorangetrieben werden muss, damit kurz- und langfristige Ziele erreicht werden können.