Girokonten werden immer teurer

Add to Flipboard Magazine.
Redakteur

(CIS-news) – Während ein Girokonto lange Zeit kostenlos war, erheben die meisten Banken mittlerweile Gebühren auf ihre verschiedenen Kontomodelle. In den vergangenen Jahren sind diese Gebühren stark angehoben worden, unter Umständen erheben einzelne Banken sogar Kosten für das Ausdrucken von Kontoauszügen oder das Einzahlen von Bargeld. Begründet wird diese Handhabe oftmals mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die für Einlagen anderer Banken bereits Negativzinsen erhebt. Dies wird in Zukunft auch Auswirkungen auf das Privatkundengeschäft haben.

Foto: von Megan Rexazin auf Pixabay

Klassisches Sparen lohnt sich nicht mehr

Noch sind es nur Vermögende oder Geschäftskunden, doch auch in Deutschland erheben Banken bereits Negativzinsen auf Guthaben. Private Guthaben werden derzeit von insgesamt 142 Banken in Deutschland bezinst, die Freibeträge liegen zwischen 10.000 und 1.000.000 Euro, die Zinssätze liegen im Durchschnitt bei – 0,5 Prozent. Wer also eine Million Euro auf der hohen Kante hat, zahlt dementsprechend immerhin 5000 Euro alleine für das Aufbewahren des Geldes. Man kann davon ausgehen, dass dies zukünftig zunehmen wird und die Gebühren dementsprechend angepasst werden. Von seinen Zinserträgen leben wird somit für die heutige Generation gänzlich unmöglich.

Was können Verbraucher tun?

Bestandskunden, die von ihrer Bank über die Erhebung von Zinsen auf Einlagen informiert werden, müssen dieser Klausel explizit zustimmen. Nur dann kann die Bank die entsprechende Klausel in den Vertrag aufnehmen. Hier bleibt jedoch immer noch ein Kontowechsel zu einer anderen Bank.

Gebühren für Kontoführung, Karten, Abhebungen oder Überweisungen – schon jetzt haben es Verbraucher schwer, wenn es darum geht, die Angebote verschiedener Banken miteinander zu vergleichen. Darüber hinaus sehen viele in Onlinebanken gar keine mögliche Option, und lassen diese Alternative außen vor. Ein kostenloser Vergleich kann dabei helfen, ein Girokonto zu finden, was den eigenen Ansprüchen gerecht wird und möglichst kostengünstig ist. Wenn man bedenkt, dass die Kontogebühren dauerhafte Kosten darstellen lohnt sich ein genauer Vergleich in jedem Fall.

Kehrt der Sparstrumpf zurück?

Dass die Politik dem Treiben der Banken ein Ende bereitet ist vorerst nicht in Sicht. Zwar schlug der bayrische Ministerpräsident Söder bereits im vergangenen Sommer vor zumindest Kleinsparer, mit Einlagen bis 100.000 Euro von der Regelung grundsätzlich auszuschließen, man kann jedoch nicht davon ausgehen, dass sich in den kommenden Jahren tatsächliche Verbesserungen für Kleinsparer ergeben werden im Gegenteil. Die Problematik wird durch die langsam voranschreitende Inflation noch verstärkt.

Während das Geld also immer weniger Wert besitzt, müssen Verbraucher zunehmend mehr Geld für das Verwahren von Guthaben bezahlen. Hier stellt sich die Frage, wie lange es noch dauert, bis die ersten ihr Guthaben wieder Zuhause aufbewahren. Das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft schwindet unterdessen mehr und mehr. Wer für sein eigens verdientes Geld auch noch Zinsen bezahlen muss, muss sich die Frage stellen, welchen Service eine Bank einem eigentlich bietet. Unterdessen arbeitet die EZB zusammen mit dem Bankenverband und Bitkom an einem digitalen Euro, wodurch sich noch ganz andere Problematiken ergeben.

Nächster Beitrag

Absage wegen Corona: Nord Gastro & Hotel findet 2021 nicht statt

5 / 5 ( 1 vote ) (CIS-intern) –  Husum, 8. Oktober 2020 – Die Entscheidung ist den Veranstaltern nicht leichtgefallen, doch nun steht es fest: Erstmals in ihrer mehr als 20-jährigen Geschichte fällt die Nord Gastro & Hotel, Norddeutschlands wichtigster Branchentreff, aus. Der Termin im Februar 2021 ist aufgrund […]