
(CIS-intern) – Beim gemeinsamen Jahresempfang der Stadt Husum und des Flugabwehrraketengeschwaders 1 wurde einmal mehr die enge Partnerschaft zwischen Kommune und Bundeswehr deutlich. Vor annähernd 300 Gästen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Bundeswehr, Blaulichtorganisationen, Vereinen sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, standen aktuelle kommunale Entwicklungen ebenso im Fokus wie die sicherheitspolitische Lage und die Rolle Husums als bedeutender Bundeswehrstandort.
Bürgermeister Martin Kindl betonte in seiner Rede die besondere Bedeutung des gemeinsamen Empfangs. Er sei „Ausdruck einer engen Partnerschaft zwischen Stadt und Bundeswehr und steht in besonderer Weise für das, was Husum ausmacht: Zusammenhalt, Verantwortung und ein starkes Miteinander.“
Mit Blick auf die Stadtentwicklung zog der Bürgermeister eine Bilanz des vergangenen Jahres. Ein Meilenstein sei die Klärung der Zukunft der Brandruine am Dockkoog. „Nach vielen Jahren des Stillstands ist es gelungen, hier im vergangenen Jahr eine tragfähige Lösung zu finden“, sagte er. Mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein könne die Neugestaltung der Dockkoogspitze nun konkret umgesetzt werden. Ziel sei es, bis Ende September 2027 einen modernen Ort der Erholung, der Freizeit und des Miteinanders sowohl für Einheimische als auch für Gäste zu schaffen. Die Dockkoogspitze werde ab Mitte April bis Ende September 2026 wegen der Bauarbeiten vollständig geschlossen. In dieser Zeit stünden dort keine Strandkörbe bereit, es gebe keinen überwachten Badebetrieb und kein tägliches Angebot der „WunderBar“. Auch während des zweiten Bauabschnitts 2027 bleibe das Areal von Mitte April bis spätestens Ende September gesperrt.
„Mir ist bewusst, dass diese Entscheidung viele Menschen emotional bewegt. Das zeigen die vielen Anfragen und Meinungen, die uns telefonisch und per Mail erreichen. Es geht auch um Wirtschaftlichkeit und deshalb stehen wir in engem Austausch mit dem Betreiber der WunderBar und unterstützen ihn, wo es uns möglich ist.“
Weitere Schwerpunkte der Rede waren der Wohnungsbau, der Ausbau der Fahrradinfrastruktur, die Digitalisierung der Stadtverwaltung sowie die Vorbereitung auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27. Dabei machte der Bürgermeister deutlich, dass viele Herausforderungen nur gemeinsam zu bewältigen seien: „Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine der größten Aufgaben unserer Zeit. Umso wichtiger ist es, tragfähige Lösungen zu finden, die dem Gemeinwohl dienen.“
Auch die Rolle Husums als Garnisonsstadt hob er hervor. Die Bundeswehr sei ein fester Bestandteil des städtischen Lebens. Besonders dankte er dem Flugabwehrraketengeschwader 1 für den verstärkten Einsatz an der Ostgrenze der NATO sowie dem Spezialpionierregiment 164 „Nordfriesland“ für dessen unverzichtbaren Beitrag zur Infrastruktur und zum Bevölkerungsschutz. „Dieses gegenseitige Verhältnis ist geprägt von Respekt, Offenheit und einem guten Miteinander“, so der Bürgermeister, der zudem auf den Veteranentag am 14. Juni auf dem Husumer Marktplatz aufmerksam machte.
In seiner anschließenden Rede ordnete Oberst Marco Manderfeld, Standortältester der Bundeswehr in Husum und Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1, die sicherheitspolitische Lage deutlich ein. „Die Realität ist, dass wesentliche Akteure auf dieser Welt eine Vorstellung von Macht haben und anderen ihren Willen aufzwingen wollen“, sagte er mit Blick auf die geopolitischen Spannungen und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ein Wegsehen helfe nicht: „Kein Kopf-in-den-Sand-stecken wird das beeinflussen.“
Entscheidend seien aus seiner Sicht zwei Faktoren: militärische Schlagkraft und gesellschaftliche Schmerztoleranz. Deutschland und seine NATO-Partner seien dabei „besser aufgestellt, als oft dargestellt“. Husum spiele als Garnisonsstadt mit seinen Einheiten militärisch „in einer höheren Liga“, mit bundesweit einzigartigen Fähigkeiten. Zugleich unterstrich Oberst Manderfeld die emotionale Verbundenheit: „Was die Stadt aber vor allem ist, sie ist Heimat.“
Er dankte den Bürgerinnen und Bürgern für die große Akzeptanz gegenüber den Soldatinnen und Soldaten und bat zugleich um Verständnis für Einschränkungen im öffentlichen Raum durch militärische Aktivitäten. Diese dienten der Einsatzbereitschaft und damit einer glaubwürdigen Abschreckung.
Abschließend appellierte er: „Je geschlossener wir als Gesellschaft stehen, je überzeugender wir nach außen darstellen, dass man uns nicht einschüchtern, nicht biegen und nicht brechen kann, desto eher muss ein potentieller Gegner diesen perfiden Teil seines Planes verwerfen.“
Der gemeinsame Jahresempfang machte deutlich: Stadt und Bundeswehr stehen in Husum nicht nur organisatorisch, sondern auch gesellschaftlich eng zusammen. Getragen von gegenseitigem Respekt, Verantwortung und dem gemeinsamen Blick nach vorn.
Für den musikalischen Rahmen während des Jahresempfangs sorgte das Es-Geflüster.
BU: (von links) Bürgervorsteher Robert Koch, Bürgermeister Martin Kindl und Oberst Marco Manderfeld, Standortältester der Bundeswehr in Husum und Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1. Bild: Stadt Husum




