Frauen-Film-Reihe 2021 im Husumer Kinocenter

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Redakteur

(CIS-intern) – Zum 27. Mal laden die Husumer Kinobetriebe und das Gleichstellungsbüro des Kreises Nordfriesland zur Frauen-Film-Reihe ein. Zwischen dem 3. November und dem 1. Dezember werden im Husumer Kinocenter, Neustadt 114, fünf Filme mit einem stark dokumentarischen Charakter gezeigt. Die Vorführungen beginnen jeweils um 16 Uhr und 20 Uhr. Der Eintritt kostet nachmittags sieben Euro und abends neun Euro.

Foto: von anncapictures auf Pixabay

Die Reihe beginnt mit dem saudi-arabischen Spielfilm „Die perfekte Kandidatin“ von Haifaa al Mansour. Sie schildert darin den Kampf einer jungen Ärztin, als politische Akteurin anerkannt zu werden. Weiter geht es mit dem Dokumentarfilm „Jenseits des Sichtbaren“ über die Schwedin Hilma af Klint, die 1906 ihr erstes abstraktes Bild, lange vor Kandinsky, malte. „Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde“ zeigt die Geschichte der französischen Jüdin Marthe Hoffmann Cohn, die als Spionin der Alliierten in Nazi-Deutschland ihr Leben aufs Spiel setzte. Mit der Doku „Für Sama“ erschuf die junge syrische Regisseurin Waad al-Kateab einen besonders emotionalen filmischen Liebesbrief an ihre im Krieg geborene Tochter. Die Filmreihe endet mit der spritzigen und unterhaltsamen spanischen Komödie „Rosas Hochzeit“.

 

Nähere Informationen gibt es unter www.nordfriesland.de/Gleichstellungsbüro oder www.kino-center-husum.de; Kartenbestellungen unter Tel. 04841 2569 oder auf der Internetseite des Kino-Centers.

 

Details zu den Filmen:

 

Die perfekte Kandidatin

3.11.2021

Saudi-Arabien, Deutschland 2019, 105 Minuten

Regie: Haifaa Al Mansour

FSK ab 0

Dr. Maryam arbeitet als Ärztin in einem Krankenhaus in der saudi-arabischen Provinz Riyadh. Dort wird es zunehmend schwerer, die Patienten zu behandeln, weil die Zufahrt zum Krankenhaus aus einem Sandweg besteht, der bei Regen so matschig wird, dass ihn die Krankenwagen nicht mehr passieren können. Als Maryam eine medizinische Konferenz in Dubai besuchen will, wird sie am Flughafen nicht in den Flieger gelassen, weil man dazu die Unterschrift eines männlichen Vormundes braucht. Da ihr Vater, ein Musiker, gerade auf Tour ist, wendet sich Maryam an ihren politisch aktiven Cousin Rashid, der gerade zufällig nach Kandidaten für das Amt des Gemeinderat-Vorstands sucht. Maryam beschließt kurzerhand, selbst für das Amt zu kandidieren, schließlich könnte sie dann auch endlich etwas an der matschigen Zufahrt zum Krankenhaus ändern. Aber natürlich gibt es da eine Menge Widerstände in dem Land, in dem Frauen überhaupt erst seit 2018 an das Steuer eines Autos dürfen.

 

 

Jenseits des Sichtbaren

10.11.2021

Deutschland 2019, 93 Minuten

Regie: Halina Dyrschka

FSK ab 0

Mitte der 80er-Jahre sorgt ein schwedischer Kunsthistoriker dafür, dass die Schwedin Hilma af Klint einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird – jedoch rund 100 Jahre zu spät. Denn die 1862 in Solna geborene Künstlerin malte abstrakte, von Mystik und Spiritismus beeinflusste Bilder lange vor Mondrian oder Kandinsky. Insgesamt kreierte sie über 1.500 abstrakte Gemälde, die der Nachwelt für viele Jahrzehnte verborgen blieben. „Jenseits des Sichtbaren“ stellt die wichtige Frage, wieso eine Frau, die Anfang des 20. Jahrhunderts die abstrakte Malerei begründete, von der Kunst- und Fachwelt so lange mit Missachtung gestraft wurde. Die Filmemacherin Halina Dyrschka nähert sich in „Jenseits des Sichtbaren“ auf behutsame Weise einer komplexen, vielschichtigen Künstlerinnenpersönlichkeit, die ihrer Zeit weit voraus war.

 

 

Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde

17.11.2021

Deutschland 2019, 86 Minuten

Regie: Nicola Alice Hens

FSK ab 0

Nachdem Marthe Cohn alias Chichinette (»kleine Nervensäge«) fast 60 Jahre lang geschwiegen hat, erzählt die französisch-jüdische 99-Jährige nun ihre außergewöhnliche Geschichte darüber, wie sie es schaffte, als Spionin Nazis zu bekämpfen. Unterstützt von ihrem Mann Major bereist sie die Welt, um endlich ihre Geschichte mit der Allgemeinheit zu teilen und die jüngeren Generationen an die Gräuel des Nationalsozialismus zu erinnern. Im Dokumentarfilm „Chichinette“ werden ihre Reisen und Vorträge für die Nachwelt festgehalten und durch animierte Szenen ergänzt. Es entsteht ein Bild vom Leben einer Frau, die im Krieg ihre Schwester und ihren Verlobten verlor und 1945 ihr eigenes Leben aufs Spiel setzte, um für die Alliierten zu spionieren und so zum Ende des Krieges beizutragen.

 

 

Für Sama

24.11.2021

Großbritannien, Syrien 2019, 95 Minuten

Regie: Waad Al-Kateab

FSK ab 16

Die Filmemacherin Waad al-Kateab hat einen beeindruckenden Film gedreht. „Für Sama“ ist ein Vermächtnis an ihre im Krieg geborene Tochter. Über einen Zeitraum von fünf Jahren hat die junge Frau mit ihrem Handy und ihrer Kamera zunächst die Protestbewegungen und dann den furchtbaren Krieg in Syrien dokumentiert und erzählt von ihrem Leben im aufständischen Aleppo, wo sie sich verliebt, heiratet und ihr Kind zur Welt bringt, während um sie herum der verheerende Bürgerkrieg immer größere Zerstörung anrichtet. Sie hat das Leid der Menschen und der Personen in ihrer unmittelbaren Nähe aufgezeichnet und findet selbst inmitten der Bombardements Spuren von Freude und Lebensmut. Gerade durch diesen Blick von Innen heraus ist der Film so besonders, so wahr, so entsetzlich und unfassbar. Und doch ist er auch ein Zeugnis für das Miteinander der Menschen, für den Zusammenhalt in Krisenzeiten und für Toleranz.

Dieser Film wird anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen gezeigt. Er erhielt beim Europäischen Filmpreis 2019, dem British Independent Film Award 2020 sowie dem Festival de Cannes 2019 die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm.

 

 

Rosas Hochzeit – La Boda de Rosa

1.12.2021

Spanien 2020, 99 Minuten

Regie: Icíar Bollaín

FSK ab 0

Kurz vor ihrem 45. Geburtstag beschließt Rosa, dass es Zeit für einen radikalen Wandel in ihrem Leben ist. Immer hat sie für die anderen gelebt, in ihrem Job als Kostümbildnerin bis zum Umfallen gearbeitet, den Vater zum Arzt begleitet, sich um die Kinder ihres Bruders gekümmert. Knall auf Fall verlässt sie Valencia, um sich im alten Schneiderladen ihrer Mutter im kleinen Küstenort Benicàssim den Traum vom eigenen Atelier zu erfüllen. Aber es ist nicht so leicht, das Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Ihr Vater, die Geschwister, ihr Freund und ihre Tochter, alle mit eigenen Plänen und Problemen: Das Handy hört gar nicht mehr auf zu klingeln. Rosa beschließt, ein Zeichen zu setzen: Sie will heiraten. Und diese Hochzeit wird eine ganz besondere sein. Zu „Rosas Hochzeit“ muss man einfach sagen: „Ja, ich will!“
Ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury beim Filmfestival Málaga 2020 sowie acht Mal für den spanischen Filmpreis GOYA nominiert.

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