Bahnhof Husum: Neue Aufzüge in weiter Ferne (2022)

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Redakteur

Erich Jacobsen ist enttäuscht und kann nur noch den Kopf über die defekten Aufzüge im Husumer Bahnhof schütteln

Erich Jacobsen ist enttäuscht und kann nur noch den Kopf über die defekten Aufzüge im Husumer Bahnhof schütteln. Besonders darüber, wie die Deutsche Bahn (DB) mit dem Thema seiner Meinung nach umgeht.

Foto: Erich Jacobsen.

Im März diesen Jahres sah die Stimmung des städtischen Beauftragen für Menschen mit Behinderung noch ganz anders aus: Er war frohen Mutes, denn die 16 Jahre alten Aufzüge sollten noch im November 2019 komplett ausgetauscht werden – so jedenfalls die Planungen der DB, mit der Erich Jacobsen inzwischen regen Mailverkehr pflegt. Doch was bisher passierte ist schnell erklärt: „Nichts“, so der Beauftragte.

Auf Nachfrage, warum das so sei und ob der Termin noch eingehalten werden könne, erhielt er folgende Antwort per Mail von der Deutschen Bahn: „Die Terminplanung für den Austausch der Aufzüge im Bahnhof Husum musste noch einmal angepasst und überarbeitet werden. Bei einem Ortstermin wurde festgestellt, dass die vorhandenen Aufzugsschachtgruben keine ausreichende Höhe haben. Eine Abstimmung mit Herstellerfirmen und unserem Fachspezialisten hat ergeben, dass ein bahnkonformer Aufzug bei derart niedrigen Schachtgruben nicht eingebaut werden kann. Die Folge ist, dass der komplette Neubau der beiden Aufzugsschächte, inklusive Schachtgerüst, Mundhaus und dem Aufzug erforderlich wird.

Da wir nun die Aufzüge nicht mehr einfach nur austauschen können, sondern einen kompletten Aufzugsneubau in Husum haben, sind weitere Planungen, statische Berechnungen und Freigaben bis zum Baubeginn zu berücksichtigen. Nach derzeitigem Stand ist die Gesamtinbetriebnahme der Aufzüge für Anfang 2022 vorgesehen. Die Verzögerungen bedauern wir sehr. Wir setzen alles daran, die Verfügbarkeit der vorhandenen Aufzüge so hoch wie möglich zu halten und hoffen, dass Ersatzmaßnahmen für mobilitätseingeschränkte Reisende nicht so häufig zum Tragen kommen.“

Erich Jacobsen dazu: „Dass mit den neuen Aufzügen wohl erst Anfang 2022 gerechnet werden kann, stößt bei mir im Interesse und für den betroffenen Personenkreis auf großes Unverständnis. Besonders deshalb, weil vor über sieben Monaten von der DB schriftlich und auch fernmündlich versichert wurde, dass die Aufzüge aufgrund des schlechten Zustandes und erreichten Alters jetzt im November vorgezogen komplett ausgetauscht werden.“

Er habe der Nachricht von der Deutschen Bahn Glauben geschenkt und entsprechend an die Husumer Stadtvertretung, die Presse und an betroffene Aufzugnutzerinnen und –nutzer selbst mit dem Zusatz weitergegeben, sie alle mögen der Bahn für die Realisierung doch vertrauensvoll diesen Zeitrahmen zubilligen.

„Diesen Vertrauensvorschuss sehe ich jetzt als zerstört, schlimmer noch, Betroffene müssen weiter über zwei Jahre immer wieder defekte Aufzüge in Kauf nehmen. Es ist sehr leicht geschrieben, dass man sich vor Reiseantritt über betriebsbereite Bahnhofsbedingungen informieren kann und sonst kostenfrei Nächstgelegene nutzen darf“, so Jacobsen.

Nur sei für Gehandicapte diese Möglichkeit mit erheblichem Aufwand verbunden und habe wenig mit gleichberechtigter Teilhabe zu tun. Mit Blick auf die Nutzerinnen und Nutzer der Aufzüge stoße es bei ihm auf großes Unverständnis, dass ein Riesen-Unternehmen wie die DB – „mit einem sicherlich modern angelegten Qualitätsmanagement“ – nach etlichen Monaten und seinem mehrfachen Nachsuchen auf Zwischennachricht zu der Auskunft gelange, dass Realisierungsbedingungen zum Austausch jetzt im November nicht gegeben seien.

„Ich frage mich, ob die positive Mail vom März diesen Jahres nur ein Beruhigungsmoment seitens der Deutschen Bahn war“, so Erich Jacobsen fassungslos.

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