
(CIS-intern) – Die Husumer Stadtpolitik hatte gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Flensburg zu einer öffentlichen Veranstaltung in den Ratssaal des Husumer Rathauses eingeladen und stieß dabei auf großes Interesse. Der Saal war gut gefüllt, was die Veranstalter mit großer Freude zur Kenntnis nahmen. Alle Anwesenden erlebten abwechslungsreiche Informationen, an denen sich eine lebhafte und engagierte Diskussion anschloss.
Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Schleswig-Holstein, Gershom Jessen. Er beleuchtete sowohl die historischen Entwicklungen als auch die heutige Situation sowie die aktuellen Herausforderungen jüdischen Lebens im Norden Deutschlands. Ergänzend konnten sich die Gäste an einem Informationsstand mit Büchern und Bildmaterial vertiefend informieren. Zudem standen jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Flensburg für persönliche Gespräche und den Austausch zur Verfügung.
Bürgervorsteher Robert Koch begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Husum und betonte die Bedeutung solcher Begegnungen. Er hob hervor, wie vielfältig, lebendig und facettenreich jüdisches Leben in Deutschland heute sei. Diese Vielfalt zeige sich in unterschiedlichen Traditionen, kulturellen Ausdrucksformen sowie individuellen Lebenswegen und sei fest in der Mitte der Gesellschaft verankert – ob in Kunst, Musik, Literatur, Wissenschaft oder im Alltag.
Zugleich erinnerte er daran, dass das heutige jüdische Leben untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden sei. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bliebe ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Identität. Ebenso entscheidend sei jedoch der Blick nach vorn: Auf ein selbstbewusstes, offenes und diverses jüdisches Leben, das die Gegenwart aktiv mitgestaltet.
Veranstaltungen wie diese, so Koch, würden wertvolle Gelegenheiten für Begegnung und Dialog bieten. Sie trügen dazu bei, Vorurteile abzubauen, Interesse zu wecken und Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen. Jüdisches Leben sei kein Randthema, sondern ein selbstverständlicher und bereichernder Teil der Gesellschaft.
Bürgermeister Martin Kindl sagte, dass die Menschen der jüdischen Gemeinde Flensburg in Husum nicht nur zu Gast bei Freunden und herzlich willkommen gewesen wären. „Sie sind Teil unserer freien Gesellschaft in Deutschland. Ich habe mich sehr gefreut, sie im Rathaus willkommen zu heißen und mit ihnen in den Austausch zu kommen.“
Der CDU-Fraktionsvorsitzende, Christian Czock, sprach er allen Beteiligten seinen Dank aus, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen haben. Darunter auch die anwesenden Sicherheitskräfte.
BU: (von links): Frank Nahshon Affeldt, Verantwortlicher für die religiöse Arbeit der Gemeinde, Bürgervorsteher Robert Koch, Elena Sokolovsky, Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Flensburg e. V., Gershom Jessen, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Flensburg e. V., Bürgermeister Martin Kindl und Christian Czock, CDU-Fraktionsvorsitzender.
Foto: Stadt Husum



