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Alles im Zeitplan an der Dockkoogspitze

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Redakteur
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(CIS-intern) –  An der Dockkoogspitze pfeift der Wind an diesem Vormittag über den Deich. Feiner Regen zieht waagerecht übers Gelände, die Nordsee zeigt sich grau und ungemütlich. Für Spaziergänger eher ein Tag, diesen später mit warmen Tee auf dem Sofa zu verbringen. Für Hartmut Lange und Markus Mohr dagegen ein ganz normaler Arbeitstag.

Seit dem 15. April ist eine Kolonne des Unternehmens Peters Bau an der Husumer Dockkoogspitze im Einsatz. Bauleiter Hartmut Lange und Vorarbeiter Markus Mohr koordinieren dort die Arbeiten im ersten Bauabschnitt. Vier bis fünf Leute gehören zur Mannschaft, die sich von Ebbe, Flut, Regen oder Wind nicht beeindrucken lässt. „Schlechtes Wetter gibt es für uns nicht“, sagt Markus Mohr, während ihm der Regen an der Jacke runterläuft. Derart Baustellen sind kein Neuland für die Männer. Arbeiten direkt am Wasser, wechselnde Tiden und raues Wetter kennen sie von vielen vergangenen Projekten entlang der Küste.

Die eigentliche Herausforderung kommt manchmal aus einer ganz anderen Richtung, nämlich von Passanten. Trotz Absperrungen und deutlicher Hinweisschilder versuchen immer wieder Spaziergänger, ihre Runde um die Dockkoogspitze fortzusetzen. Einige schieben den Bauzaun kurzerhand zur Seite und marschieren einfach weiter. „Wir weisen sie dann darauf hin, dass hier Baustelle ist. Einsicht ist nicht immer da“, erzählt der Vorarbeiter. Manchmal gibt es sogar Diskussionen oder Pöbeleien. Dabei geht es am Ende schlicht um Sicherheit. „Normalerweise kann man ja lesen, was am Bauzaun steht. Einige aber offenbar nicht“, schüttelt er den Kopf.

Die Baustelle läuft bisher nach Plan. Der alte Badesteg ist bereits zurückgebaut. Mit schwerem Gerät wurde die Konstruktion herausgezogen, die Überreste liegen inzwischen im Container. Damit die schweren Maschinen keine tiefen Spuren hinterlassen, wurde die Grasnarbe mit Stahlplatten geschützt. Das Ziel ist klar, denn im Herbst soll alles wieder sturmflutsicher und ordentlich hergestellt sein und dass möglichst so, wie es vorher war.

Derzeit laufen die Vorarbeiten für die neue Spundwand. Dafür wird die vorhandene Böschung abgetragen – Arbeiten, die viel Präzision verlangen. Parallel steht in diesem Jahr auch noch die Erneuerung des Stegs an. Gearbeitet wird Vollzeit, angepasst an die Tide und die Bedingungen vor Ort. Wenn nötig, verschieben sich Arbeitszeiten flexibel mit Ebbe und Flut. Alle zwei Wochen gibt es Baubesprechungen mit dem städtischen Bauamt sowie dem Ingenieurbüro Mohn. Die Abstimmung und die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, sind sich Lange und Mohr einig.

Ganz ohne Überraschungen geht es im Tiefbau allerdings kaum. „Man weiß nie genau, was einen unter der Erde oder unter alten Befestigungen erwartet“, erklärt der Bauleiter. Planung und Praxis seien eben oft zwei verschiedene Dinge. „Man kann alles wunderbar aufs Papier bringen, aber wenn es dann umgesetzt wird, kann es plötzlich ganz anders aussehen. Dann muss man nachsteuern.“ Bislang sei die Grundlage an der Dockkoogspitze jedoch solide. Trotzdem müsse jeder Schritt exakt abgestimmt werden. Bestehende Bauwerke, neue Planung, Sicherheitsvorgaben, DIN-Normen und vieles mehr müssten am Ende perfekt zusammenpassen. Viel Spielraum gebe es dabei nicht.

Während hinter den beiden Männern ein Bagger langsam Erde bewegt und der Nieselregen übers Gelände zieht, steht Hartmut Lange seelenruhig ohne Mütze und ohne Kapuze auf der Baustelle, als wäre das nordfriesische Schmuddelwetter kaum der Rede wert. Dann schmunzelt er kurz und sagt: „Wir arbeiten da, wo andere Leute Urlaub machen.“

 

BU: Vorarbeiter Markus Mohr (links) und Bauleiter Hartmut Lange. Foto: Stadt Husum

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